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Inneres Erleben und Wahrnehmung

Inneres Erleben

Inneres Erleben gehört zu den grundlegendsten und zugleich am schwersten beschreibbaren Dimensionen menschlicher Erfahrung. Gedanken, Empfindungen und Wahrnehmungen bilden einen fortlaufenden Strom, der meist selbstverständlich erscheint und selten bewusst hinterfragt wird.

Wahrnehmung gilt vielen als etwas, das sich auf die äußere Welt richtet. Doch jede Wahrnehmung hat auch eine innere Seite. Zwischen dem, was geschieht, und dem, was wir davon erleben, liegt ein Prozess, in dem Eindrücke gefiltert, gedeutet und mit früheren Erfahrungen verbunden werden.

In manchen Momenten kann sich dieser Prozess verschieben. Die vertraute Art, Realität wahrzunehmen, verändert sich. Nicht die äußere Welt wird eine andere. Die Weise, wie sie erlebt wird, wird eine andere. Identität, Zeitgefühl und das Verhältnis zwischen Beobachter und Umgebung können dabei eine neue Qualität annehmen.

Der eine Moment, der alles veränderte

Nach meiner eigenen Erfahrung blieb eine Erkenntnis zurück, die klein klingt und doch alles veränderte.

Der Körper und ich sind zwei verschiedene Dinge.

Geschrieben sieht das fast nüchtern aus. Gelebt nimmt es einem die Angst vor dem Tod. Wenn ich nicht der Körper bin, dann ist das Ende des Körpers nicht mein Ende. Diese eine Verschiebung ordnet das ganze übrige Leben neu.

Spirit Walker, Gemälde von E.T.M. Romasanta, künstlerische Darstellung einer außerkörperlichen Erfahrung, eine leuchtende Figur löst sich in einen Sternenraum
Cosmic Resonance, Gemälde von E.T.M. Romasanta, künstlerische Darstellung einer außerkörperlichen Erfahrung, ein ruhendes Gesicht durchströmt von Licht

Diese beiden Werke zeigen denselben Moment. Oben Spirit Walker, das Ich, das sich löst und weggeht. Darunter Cosmic Resonance, der Körper, der zurückbleibt, still und doch von etwas durchströmt. Innen und außen desselben Augenblicks.

Wie sich das Sehen veränderte

Seither nehme ich anders wahr. Die Schwelle zwischen der materiellen und der geistigen Welt wurde dünner. Meine Sinne wurden feiner, die Intuition deutlicher, das Mitgefühl für andere unmittelbarer. Dinge, die ich früher überging, treten heute hervor.

Mit der Zeit kam eine weitere Einsicht, und sie kehrte alles Gewohnte um. Bewusstsein wird nicht vom Körper erzeugt. Es ist andersherum. Der Körper ist der Ort, an dem sich Bewusstsein zeigt, nicht seine Quelle. Wer aus dieser Perspektive auf die Welt schaut, sieht ein anderes Bild.

Wenn Erfahrung zu Form wird

Solche Veränderungen lassen sich schwer in Begriffe fassen. Worte greifen nur einen Teil, während das eigentliche Erleben darunter weiterwirkt. Für mich wurde die Malerei der Ort, an dem dieses innere Sehen sichtbar werden darf, ohne erklärt werden zu müssen. Farbe, Präsenz und Struktur vermitteln in einer Sprache, die intuitive verstanden wird.

Weiterlesen

Was eine Tunnelerfahrung ist und wie sie sich von einer Nahtoderfahrung unterscheidet, steht auf der entsprechenden Seite.

Wie sich eine solche Erfahrung über Jahre verarbeiten lässt, steht im Text Eine außergewöhnliche Erfahrung verarbeiten.

Was geschieht, wenn man eine solche Erfahrung zu erzwingen versucht, steht im Text Gefahren einer außerkörperlichen Erfahrung.

Eine Auswahl meiner Arbeiten findet sich unter Selected Works.

Weitere kurze Reflexionen erscheinen auf Substack, jeweils ausgehend von einer Frage zu Wahrnehmung, innerem Erleben und Kunst. Auf Substack lesen.

Eine persönliche Auseinandersetzung mit solchen Erfahrungen und ihrer langfristigen Integration findet sich in meinem Buch Beyond the Body – Das Leuchten der Seele.

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