
Eine außergewöhnliche Erfahrung verarbeiten
Manche Erfahrungen sind so weit von allem Vertrauten entfernt, dass man nicht einmal weiß, wie man sie nennen soll. Ich erlebte mich getrennt von meinem Körper, ein Moment, in dem sich die gewohnte Wirklichkeit auflöst. Das eigentlich Schwere kommt oft erst danach. Wie trägt man so etwas in den Alltag zurück?
Wenn die Worte fehlen
Das Erste, was vielen fehlt, ist die Sprache. Eine solche Erfahrung lässt sich kaum in Begriffe fassen, und wer es versucht, merkt schnell, wie sehr die Worte danebengreifen. Daraus entsteht ein Schweigen, das nicht aus Scham kommt, sondern aus Mangel. Es gibt schlicht keinen Satz, der an das Erlebnis heranreicht.
Ich kenne dieses Schweigen. Meine eigene Erfahrung machte ich 1991. Ich konnte die ersten Jahre überhaupt nicht darüber sprechen. Ich wusste nicht wie. Es gab kein Internet, keine Videos, keine Foren. Vielleicht zwei oder drei Bücher, und keines davon traf, was ich erlebt hatte. Ich wusste nicht einmal, ob das, was mir geschehen war, eine Nahtoderfahrung, eine Astralprojektion oder ein spontanes Tunnelerlebnis war. Es waren nur Begriffe, Etiketten ohne Halt.
Was mich am meisten beschäftigte
Zwei Fragen ließen mich nicht los. Was war das eigentlich. Und wie kann ich es wiederholen. Die zweite Frage führte mich auf einen Weg, der seine eigenen Gefahren hatte, davon handelt eine andere Seite. Die erste Frage blieb lange offen, weil mir niemand antworten konnte.
Heute ist es anders
Wer heute eine solche Erfahrung macht, ist nicht mehr so allein, wie ich es war. Ein paar Worte in die Suche, und es erscheinen tausend Stimmen, Berichte, Videos. Das Thema ist kein Tabu mehr und kein Geheimnis. Die Zeit hat sich verändert. Schon dass du diese Seite liest, ist der Beweis dafür.
Das nimmt der Erfahrung nichts von ihrer Tiefe. Aber es nimmt etwas von der Einsamkeit. Das Verarbeiten braucht trotzdem seine Zeit, oft Jahre. Ich glaube sogar, dass in dieser Erfahrung ein Entwicklungsauftrag liegt. Es gibt nicht diese eine Erfahrung und dann nichts mehr.
Die Suche wurde zur Reise
Aus der Frage, was das war, wurde mit der Zeit eine Suche, und aus der Suche eine lange Reise, nach innen und nach außen. Es hat Jahre gedauert, bis sich der Kreis geschlossen hat und ich bei mir selbst angekommen bin.
Diesen Weg, von der ersten Erfahrung bis zum Ankommen, habe ich in meinem Buch
Beyond the Body – Das Leuchten der Seele beschrieben.
Weiterlesen
Was eine Tunnelerfahrung ist und wie sie sich von einer Nahtoderfahrung unterscheidet, steht auf der entsprechenden Seite.
Wie sich Wahrnehmung nach einer solchen Erfahrung verändert, steht im Text Inneres Erleben und Wahrnehmung.
Weitere kurze Reflexionen erscheinen auf Substack,
jeweils ausgehend von einer Frage zu Wahrnehmung, innerem Erleben und Kunst.

